Andreas Kalbermatter

Dunkler Raum / Echo Chamber

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Im Keller des Jost-Sigristen-Hauses richtet Andreas Kalbermatter in den Wochen vor der Vernissage eine audiovisuelle Landschaft ein. Der Oberwalliser legt ein modellhaftes und abstraktes Ernen aus, gefüttert mit seinen Beobachtungen und Erfahrungen vor Ort. Es ist der Versuch einer für ihn prägenden Landschaft über eine experimentelle Herangehensweise näher zu kommen. Seine Auslegeordnung ist gedacht als eine Variante von vielen und als offene Bühne für die eigenen Projektionen und Assoziationen.

Kalbermatter erschafft aus vor Ort gesammelte Tönen und Geräuschen und aus vier selbst gebauten Modellen des verfallenen Gasthauses «Zur frohen Aussicht» auf der Binnegga einen Erfahrungsraum. Indem er mit Verdoppelungen und Wiederholungen arbeitet, schafft er Interferenzen. Seine Installation ist als ein formales Spiel mit der Umgebung zu lesen. Es entsteht eine sich teilweise überlappende Aufzählung von Elementen, die einen Resonanzraum für eigene Interpretationen öffnet.

Der Raum steht mitten im Dorf und vermengt sich durch seine Offenheit und Geräuschkulisse mit ihm, er fliesst nach aussen und das Dorf wieder in ihn hinein. Der Titel Dunkler Raum / Echo Chamber schafft ein fruchtbares Spannungsfeld zwischen der individuellen Begegnung im Raum und dem Kollektiven ausserhalb.

In Niedergesteln aufgewachsen. Im Sommer und im Winter verbrachte er viel Zeit in Blatten bei Naters. Lehre als Holzbildhauer in Brienz und Studium der Bildenden Kunst in Bern und Wien. Seit 2015 betreibt er den Ausstellungsraum Riverside in Worblaufen mit – auch während des letzten halben Jahres als Atelierstipendiat des Kantons Wallis in Berlin. Im Herbst beginnt er den Master für Bildende Kunst in Basel.
— Andreas Kalbermatter, *1988