Jonas Etter

Untitled (Mowing Tree) und Pointing Machine

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Das Suchen spielt im Leben wie in der Kunst immer eine grosse Rolle – nach einem Sinn, nach Formen, nach Inhalten. Jonas Etter sucht in seiner Arbeit gern nach besonderen Materialien und ist ein Meister darin, diese in Formen zu bringen, die ästhetische Erlebnisse schaffen: mit seinen Skulpturen aus Zucker, die mit der Zeit schmelzen, oder seinen jüngst angefertigten filigranen Gipsgüssen «Giluform» (so heisst auch das Material) auf Aluminiumpapier. In Ernen endet Etters Suchen für einmal auf einer anderen Ebene, gewissermassen beim Suchen selbst. Er lässt Roboter los, ihre Umgebung abzusuchen: Zum einen eine Drohne, die durch ein Haus fliegt und dabei gefilmt wird. Sie überwacht, aber ohne Ziel, sucht, aber ohne zu wissen wonach. Zum anderen schickt Etter einen Rasenmäher-Roboter durch das Dorf. Dieser bewegt sich, mit einem künstlichen Baumstrunk beladen, innerhalb einer definierten Fläche. Immer wieder kehrt er zu seiner Ladestation zurück, um nach dem Stromtanken weiterzusuchen. Die Invasion der Maschinen! Die zwei Arbeiten haben etwas Absurdes, Witziges, erinnern an parodistische Science Fiction Fantasien aus den 1970er-Jahren. Tierhafte Maschinen, ferngesteuert oder programmiert, heben die vermeintliche Idylle der Bergwelt aus den Fugen. Die Maschinen bringen die «böse» Künstlichkeit, das vorstädtische «Bünzlitum» und das Gespenst «Überwachung» mit. Sie bewegen sich nervös und ohne Ziel, sie suchen ihre Umgebung ab, finden aber nichts, sollen auch nichts finden. Fern- oder selbstgesteuert hinterfragen diese Maschinen die dörfliche heile Welt, die authentische Bergmentalität.

Ein nach Zürich ausgewanderter Berner mit Sinn für philosophisches Ausschweifen. Er arbeitet gern mit besonderen Materialien und raumgreifend. Für den Dorfspaziergang in Ernen setzte er sich mit Augenzwinkern sein «Blick»-Dächlikäppli auf den Kopf.
— Jonas Etter, *1981