Begleitprogramm zur Ausstellung 2019

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Öffentliche Führung

Sonntag, 11. August, 10 Uhr, Dorfplatz Ernen
Mit der Kuratorin Josiane Imhasly. Im Anschluss führen Kunstschaffende der Twingi Landart auf einem Spaziergang durch die eindrückliche Schlucht (Treffpunkt: 12.30 Uhr, Haltestelle Steinmatten).

PERFORMANCE-WOCHENENDE

Samstag, 24. August

TO CARRY von Gregory Hari
12.15 Uhr, Dorfplatz Ernen, Dauer ca. 30 Min.
Co-PerformerInnen: Mélanie Meystre, Murat Mevlana Temel, Thibault Messerli

Gregory Hari wird in Ernen Kreaturen – er nennt sie liebevoll Viecher – im Rahmen eines Umzugs durch das Dorf tragen. Diese Tiere und Fabelwesen nehmen Bezug auf Bilder und architektonische Ornamente, die er an und in Gebäuden im Dorf vorgefunden hat und die einem im Alltag kaum auffallen. Er verfremdet sie und malt sie als farbige Figuren auf fünf Holztafeln. Diese Tafeln werden im Keller des Jost-Sigristen-Hauses – auch dieses Gebäude war Inspiration für die Arbeit – gelagert. Hier warten sie auf ihre Aktivierung im Rahmen der Performance, die Hari mit vier weiteren Personen realisiert. Die Performance bewegt sich zwischen heidnischem Umzug und religiöser Prozession und ist inspiriert von verschiedensten Bräuchen, Traditionen und Ritualen aus der Schweiz, Südostasien oder Brasilien. Der Kulturmix ist nicht zuletzt auf Haris verschiedene Wurzeln zurückzuführen, welche in den Kantonen Wallis und Schwyz sowie in Thailand liegen. Die spirituelle Aufladung eines Gegenstands – hier einer Malerei – ist Ausgangspunkt der Performance, in der Gesang und Melodie eine besondere Rolle spielen.

LONG WAY HOME von Flurina Badel & Jérémie Sarbach
13 Uhr, Treffpunkt Dorfplatz Ernen

Diesen Sommer zeigt das Künstlerduo Badel/Sarbach – einige kennen es von seinem vierteiligen Beitrag für die Zur frohen Aussicht 2015 – in Ernen die Performance Long Way Home. Gemeinsam mit den Teilnehmer*innen wandert Flurina Badel von Ernen zum tossend Schtei, einem Findling bei Ausserbinn, zwischen der Kapelle Blatt und der Schärtbrigga (Römerbrücke). Dort transformiert Badel einen Text über Findlinge in eine Performance. Im Zentrum des Interesses stehen Findlinge als soziale Treffpunkte in der Natur, wie es durch archäologische Funde nahegelegt wird. Badel/Sarbach laden so den tossend Schtei, um den sich, wie um viele Findlinge, Legenden ranken, mit neuen Geschichten, Fakten und Bildern auf. Um Jérémie Sarbach, den zweiten Teil des Duos, zu erspähen, lohnt es sich den Blick in der Landschaft schweifen zu lassen.

Unbedingt einen Feldstecher und Proviant mitnehmen. Nach der Performance geht es mit dem Postauto von Steinmatten zurück nach Ernen (Ankunft um 16.36 Uhr). Wanderzeit insgesamt ca. 2.5 Stunden.

Wer nicht so lange wandern mag, kann um 14.18 Uhr ins Postauto einsteigen (Ernen, Dorfplatz) und bis Steinmatten fahren (Ankunft: 14.26 Uhr). Von dort ist es ein zumeist einfacher 30-minütiger Spaziergang bis zum Findling. Auch diese Gruppe wird begleitet. Treffpunkt Ernen Dorfplatz: 14.15 Uhr.

Bei schlechtem Wetter findet die Performance in Dorfnähe statt.

SPECKSTEI OFA von Flurina Casty
19 Uhr, Treffpunkt Dorfplatz Ernen, Dauer 30-45 Min.

Diese neue Arbeit von Flurina Casty ist Teil einer fortlaufenden Recherche in die reichhaltige Mythologie, die sprachliche Landschaft und die literarische Tradition ihres Heimatdorfs im Kanton Graubünden. Speckstei Ofa befasst sich mit der Rückkehr eines Mädchens in ihr Heimatdorf nachdem ihre Grossmutter verstorben ist. In diesem Werk spielen die literarischen Archetypen von Feuer, Tod und Verlust eine zentrale Bedeutung, um das Vergehen der Zeit und den Zyklus des Lebens zu würdigen. Eine Bildserie zur Performance ist im Entstehen.

Sonntag, 25. August

SPECKSTEI OFA von Flurina Casty (Wiederholung)
10 Uhr, Treffpunkt Dorfplatz Ernen, Dauer 30-45 Min.

SHORTCUT mit Nino Baumgartner
11 Uhr, Treffpunkt Dorfplatz Ernen

Seit 2015 führt Nino Baumgartner an verschiedenen Orten Shortcuts durch. Üblicherweise starten diese Touren in einem Ausstellungsraum und führen in die nahe «Wildnis». Dort geht es darum, meist abseits von Wegen natürliche und menschengemachte Hindernisse zu überwinden. Die Topografie ist Basis einer Performance, die der Künstler gemeinsam mit den Teilnehmenden realisiert. Auf der Tour – oder kulturellen Wanderung, wie Baumgartner es auch nennt – kann es dreckig und ruppig zugehen. In Ernen wird Baumgartner einen solchen Shortcut durchführen. Er lädt zu einer Tour in die Tiefen des Landschaftsparks Binntal ein. Die meisten herausfordernden Stellen können auch umgangen werden, es gibt einen einfachen und einen schwierigen Weg.

Wetterangepasste Kleidung und Wanderschuhe sind notwendig. Anmeldung erwünscht (max. 12 Teilnehmer*innen an josiane@zurfrohenaussicht.org). Dauer 2–3 Stunden

WOCHENENDE ZUR FINISSAGE

Samstag, 28. September
Symposium: Hat das Universum einen Rand?
10.15-18 Uhr, Tellensaal, in Englisch
Mit welchen Strategien der Künstler Peter Trachsel (1949–2013, Dalvazza/ Graubünden) sich dem Ländlichen während über 20 Jahren annäherte, inspiriert bis heute. Wir nehmen seine Frage «Hat das Universum einen Rand?» zum Anlass, um über das Potenzial ländlicher und peripherer Strategien im Bereich der zeitgenössischen Kunst und kultureller Initiativen zu diskutieren. Mit Beiträgen von KünstlerInnen und KulturwissenschaftlerInnen, unter anderen Benoît Antille (forscht und lehrt an der édhéa Valais), Antje Schiffers (vom Kollektiv Myvillages), Matthew Skjonsberg (Architekt und Stadtplaner, doktoriert an der EPFL zum Thema «A New Look at Civic Design: Park Systems in America. On Nonlinearity, Periodicity and Rural Urban Dynamics»), Marina Velez (Künstlerin und Kuratorin, Anglia Ruskin University Cambridge) und Flurina Badel (Künstlerin, lebt in Guarda GR), moderiert von Michael Hiltbrunner (Kurator und Kunstforschender) und Josiane Imhasly.

Im Anschluss gemeinsames Abendessen. Anmeldung an josiane@zurfrohenaussicht.org. Das Symposium ist kostenlos (Kollekte), das Abendessen kostenpflichtig.

Eine Kooperation mit der Dalvazza Group / Swiss Artistic Research Network SARN, unterstützt von der Stiftung für fliessenden Kunstverkehr Küblis und art contemporain valais - zeitgenössische kunst wallis.

Sonntag, 29. September
Aktionen zur Finissage: Stäckleni und Johannisbärg
12-16 Uhr, diverse Orte
Ein Nachmittag mit künstlerischen Aktionen und kulinarischen Häppchen – von den ausstellenden KünstlerInnen und eingeladenen Gästen.