Begleitprogramm zur Ausstellung 2019

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Vernissage

Samstag, 6. Juli, 16 Uhr, Dorfplatz Ernen
Begrüssung von Jacques Cordonier (Leitung Dienstelle für Kultur Kanton Wallis) und Francesco Walter (Vizepräsident Gemeinde Ernen, Präsident Kulturrat Kanton Wallis), Einführung durch die Kuratorin Josiane Imhasly. Die KünstlerInnen sind anwesend.

Spaziergang mit den KünstlerInnen

Sonntag, 7. Juli, 12 Uhr, Dorfplatz Ernen
Auf einem Rundgang durch das Dorf geben Tomas Baumgartner, Christoph Eisenring, Othmar Farré, Lea-Nina Fischer, Gregory Hari, Emil Michael Klein, Sonja Lippuner und Aurélie Strumans Auskunft über ihre Arbeiten.

Kunst am Abend

Dienstag, 23. Juli, 18 Uhr, Dorfplatz Ernen
Führung für DorfbewohnerInnen, anschliessend einfaches Abendessen (für BewohnerInnen offeriert, für Gäste Unkostenbeitrag).

Öffentliche Führung

Sonntag, 11. August, 10 Uhr, Dorfplatz Ernen
Mit der Kuratorin Josiane Imhasly. Im Anschluss führen Kunstschaffende der Twingi Landart auf einem Spaziergang durch die eindrückliche Schlucht (Treffpunkt: 12.30 Uhr, Haltestelle Steinmatten).

PERFORMANCE-WOCHENENDE

Samstag, 24. August

TO CARRY von Gregory Hari
12.15 Uhr, Dorfplatz Ernen, Dauer ca. 30 Min.
Co-PerformerInnen: Mélanie Meystre, Murat Mevlana Temel, Thibault Messerli
Gregory Hari wird in Ernen Kreaturen – er nennt sie liebevoll Viecher – im Rahmen eines Umzugs durch das Dorf tragen. Diese Tiere und Fabelwesen nehmen Bezug auf Bilder und architektonische Ornamente, die er an und in Gebäuden im Dorf vorgefunden hat und die einem im Alltag kaum auffallen. Er verfremdet sie und malt sie als farbige Figuren auf fünf Holztafeln. Diese Tafeln werden im Keller des Jost-Sigristen-Hauses – auch dieses Gebäude war Inspiration für die Arbeit – gelagert. Hier warten sie auf ihre Aktivierung im Rahmen der Performance, die Hari mit vier weiteren Personen realisiert. Die Performance bewegt sich zwischen heidnischem Umzug und religiöser Prozession und ist inspiriert von verschiedensten Bräuchen, Traditionen und Ritualen aus der Schweiz, Südostasien oder Brasilien. Der Kulturmix ist nicht zuletzt auf Haris verschiedene Wurzeln zurückzuführen, welche in den Kantonen Wallis und Schwyz sowie in Thailand liegen. Die spirituelle Aufladung eines Gegenstands – hier einer Malerei – ist Ausgangspunkt der Performance, in der Gesang und Melodie eine besondere Rolle spielen.

LONG WAY HOME von Flurina Badel & Jérémie Sarbach
13 Uhr, Treffpunkt Dorfplatz Ernen
Diesen Sommer zeigt das Künstlerduo Badel/Sarbach – einige kennen es von seinem vierteiligen Beitrag für die Zur frohen Aussicht 2015 – in Ernen die Performance Long Way Home. Gemeinsam mit den Teilnehmer*innen wandert Flurina Badel von Ernen zum tossend Schtei, einem Findling bei Ausserbinn, zwischen der Kapelle Blatt und der Schärtbrigga (Römerbrücke). Dort transformiert Badel einen Text über Findlinge in eine Performance. Im Zentrum des Interesses stehen Findlinge als soziale Treffpunkte in der Natur, wie es durch archäologische Funde nahegelegt wird. Badel/Sarbach laden so den tossend Schtei, um den sich, wie um viele Findlinge, Legenden ranken, mit neuen Geschichten, Fakten und Bildern auf. Um Jérémie Sarbach, den zweiten Teil des Duos, zu erspähen, lohnt es sich den Blick in der Landschaft schweifen zu lassen.
Unbedingt einen Feldstecher und Proviant mitnehmen. Nach der Performance geht es mit dem Postauto von Steinmatten zurück nach Ernen (Ankunft um 16.36 Uhr). Wanderzeit insgesamt ca. 2.5 Stunden.
Wer nicht so lange wandern mag, kann um 14.18 Uhr ins Postauto einsteigen (Ernen, Dorfplatz) und bis Steinmatten fahren (Ankunft: 14.26 Uhr). Von dort ist es ein zumeist einfacher 30-minütiger Spaziergang bis zum Findling. Auch diese Gruppe wird begleitet. Treffpunkt Ernen Dorfplatz: 14.15 Uhr

SPECKSTEI OFA von Flurina Casty
19 Uhr, Treffpunkt Dorfplatz Ernen, Dauer 30-45 Min.
Diese neue Arbeit von Flurina Casty ist Teil einer fortlaufenden Recherche in die reichhaltige Mythologie, die sprachliche Landschaft und die literarische Tradition ihres Heimatdorfs im Kanton Graubünden. Speckstei Ofa befasst sich mit der Rückkehr eines Mädchens in ihr Heimatdorf nachdem ihre Grossmutter verstorben ist. In diesem Werk spielen die literarischen Archetypen von Feuer, Tod und Verlust eine zentrale Bedeutung, um das Vergehen der Zeit und den Zyklus des Lebens zu würdigen. Eine Bildserie zur Performance ist im Entstehen.

Sonntag, 25. August

SPECKSTEI OFA von Flurina Casty (Wiederholung)
10 Uhr, Treffpunkt Dorfplatz Ernen, Dauer 30-45 Min.

SHORTCUT mit Nino Baumgartner
11 Uhr, Treffpunkt Dorfplatz Ernen
Seit 2015 führt Nino Baumgartner an verschiedenen Orten Shortcuts durch. Üblicherweise starten diese Touren in einem Ausstellungsraum und führen in die nahe «Wildnis». Dort geht es darum, meist abseits von Wegen natürliche und menschengemachte Hindernisse zu überwinden. Die Topografie ist Basis einer Performance, die der Künstler gemeinsam mit den Teilnehmenden realisiert. Auf der Tour – oder kulturellen Wanderung, wie Baumgartner es auch nennt – kann es dreckig und ruppig zugehen. In Ernen wird Baumgartner einen solchen Shortcut durchführen. Er lädt zu einer Tour in die Tiefen des Landschaftsparks Binntal ein. Die meisten herausfordernden Stellen können auch umgangen werden, es gibt einen einfachen und einen schwierigen Weg.
Wetterangepasste Kleidung und Wanderschuhe sind notwendig. Anmeldung erwünscht (max. 12 Teilnehmer*innen an josiane@zurfrohenaussicht.org). Dauer 2–3 Stunden

WOCHENENDE ZUR FINISSAGE

Symposium: Hat das Universum einen Rand (Does the Universe Have a Margin)?

Samstag, 28. September

10.15-18 Uhr, Tellensaal, in English
The strategies the artist Peter Trachsel (1949–2013, Dalvazza/Grisons) used for his work in rural areas for more than 20 years is still inspiring. We take his questions “Hat das Universum einen Rand?” as a starting point to discuss the potential of rural and peripheral strategies in the field of contemporary art and cultural initiatives. With contributions by the artists Antje Schiffers (Berlin) and Flurina Badel (Guarda, Engadine), the artist and researcher Marina Velez (Cambridge), the landscape architect Matthew Skjønsberg (EPFL, ETHZ), and the art scholar and curator Benoît Antille (édhéa Valais, HEAD Geneva), moderated by Michael Hiltbrunner (ZHdK, Zurich) and Josiane Imhasly (director Zur frohen Aussicht Ernen). Followed by a dinner.

Open to the public, free entrance
Please register for dinner at josiane@zurfrohenaussicht.org

The symposium is co-hosted by Zur frohen Aussicht in Ernen and the Dalvazza Group / Swiss Artistic Research Network SARN, with support from Stiftung für fliessenden Kunstverkehr Küblis and art contemporain valais – zeitgenössische kunst wallis.

Contact: Josiane Imhasly, josiane@zurfrohenaussicht.org, +41 79 516 32 46
Michael Hiltbrunner, michael.hiltbrunner@zhdk.ch, +41 76 326 83 77

More information / bios and abstracts of the participants

Aktionen zur Finissage: Stäckleni und Johannisbärg

Sonntag, 29. September, 12-16 Uhr, diverse Orte in Ernen

Ein Nachmittag mit künstlerischen Aktionen und kulinarischen Häppchen – von den ausstellenden KünstlerInnen und eingeladenen Gästen.

Die Stunde des Bauernfilms mit Antje Schiffers
Seit 19 Jahren lädt Antje Schiffers (myvillages.org) regelmässig Landwirte aus der ganzen Welt zu einem Tauschgeschäft ein. Die Künstlerin malt ein Gemälde ihres Hofs und tauscht es gegen einen Film, in dem die Bauern ihre Arbeit dokumentieren. So entstand bis heute ein Archiv mit 36 Filmen von Landwirten aus Spanien, Mazedonien, Südafrika, der Schweiz oder Ungarn. Das Publikum wählt die Filme aus, die es sehen möchte. Website zum Projekt: http://www.ichbingernebauer.eu

Impro-Konzert/Sound Performance der Hammer Band
In zwei Teilen, von Raphael Stucky und Res Thierstein

Performance Yes, fast [cit.] von Federico del Vecchio
Othmar Farré hat Federico del Vecchio dazu eingeladen, ausgehend von seiner Installation Den Umständen entsprechend im Kaplaneihaus eine Performance zu entwickeln.